Das neue Semester beginnt, und für viele stellt sich die Frage der Studienfinanzierung. Hier erfahrt Ihr, was Ihr beim BAföG beachten müsst und welche Alternativen in Frage kommen könnten.

Zahlreiche StudentInnen müssen sich neben dem Studium durchs Jobben noch etwas hinzuverdienen. Wenn Ihr nicht mehr als 450 Euro verdient, lässt sich das Einkommen super mit anderen Finanzierungsmöglichkeiten, wie etwa dem BAföG, prima kombinieren. Die Palette der Jobs reicht dabei von Tätigkeiten an der Hochschule selbst über Arbeit in Büros bis hin zum Kellnern.

Die Hälfte bekommt Ihr geschenkt

Ein Klassiker der Finanzierungsmöglichkeiten geht auf Willy Brandt zurück, soll für mehr Chancengleichheit sorgen und heißt Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Ziel ist es, auch jenen ein
Studium zu ermöglichen, die wenig bis keine Unterstützung von ihren Eltern bekommen. Dabei ist die Vergabe der Gelder an bestimmte Voraussetzungen gebunden und vom eigenen, aber auch vom elterlichen Einkommen abhängig. Das heißt, eine bestimmte Grenze darf nicht überschritten werden, da ansonsten eine Anrechnung des Mehreinkommens auf die Bezüge erfolgt. In die Beurteilung des Förderbedarfs fließen unterschiedliche Faktoren ein, unter anderem die Anzahl der Geschwister, die Wohnsituation, also ob Ihr bei Euren Eltern wohnt oder eine eigene Wohnung bezieht, und die Höhe der Studienkosten. Die Rückzahlungssumme ist auf maximal 10 000 Euro gedeckelt, wobei Ihr 50 Prozent der ausgezahlten Gesamtsumme vom Staat in Form eines Darlehens geschenkt bekommt. Momentan beträgt der Höchstsatz 861 Euro.

Bedenkt, dass der Antrag auf Förderung mit einem gewissen bürokratischem Aufwand verbunden ist, da Ihr verschiedene Nachweise vorlegen müsst, unter anderem den Einkommensteuernachweis der Eltern, der zwei Jahre zurückliegt, also den aus dem Jahr 2017. Das BAföG-Amt im Studentenwerk hilft bei der Antragsausfüllung gerne. In schwierigen Fällen bietet der Studierendenrat eine Beratung mit dem ehemaligen Leiter des BAföG-Amts an.

Cash for free

Stipendien gehören wohl zu den interessantesten Möglichkeiten der Studienfinanzierung, da anders als beim BAföG kein einziger Cent zurückgezahlt werden muss. Denn neben einem positiven Eindruck im Lebenslauf bedeuten Stipendien unter anderem eine ideale Förderung für Studierende und geben dem Empfänger Zugang zu Kontakten ehemaliger Stipendiaten, sogenannten Alumni, des Trägers der Stiftung beziehungsweise des Stipendiums. Die Vergabe von Stipendien ist dabei nicht nur von den schulischen und akademischen Leistungen abhängig, sondern zusätzlich werden unter anderem auch das soziale Engagement, die eigene Motivation sowie persönliche Eigenschaften von den Stiftungsträgern in die Vergabe mit einbezogen. Was damit genau gemeint ist, hängt von den jeweiligen Stiftungen, welche die Stipendien vergeben, ab.

Dass Stiftungen nur Hochbegabte und Einser-Kandidaten aufnehmen, ist in heutigen Zeiten ein Mythos. Es stimmt zwar, dass verschiedene große Stiftungen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt werden, hohe Ansprüche an die Bewerber stellen, jedoch gibt es tausende kleinere Stiftungen, die auch andere Kandidaten fördern. Einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge sind ein Drittel aller Anträge erfolgreich. Dabei können die Stiftungen, die die jeweilige Förderung geben, partei-, aber auch unternehmensnahe Institutionen ebenso wie Begabtenwerke sein.

Money mit Klauseln

Die Bildungs- und Studienfonds ermöglichen die Finanzierung eines zielstrebigen, fokussierten und erfolgreichen Studiums für Begabte nach dem immer gleichen Prinzip der Zahlung von fixen Beiträgen an Studierende für einen bestimmten Zeitraum oder auf Wunsch bis zum Ende des Studiums. Die Gelder kommen dabei von verschiedenen Förderern wie Unternehmen, Stiftungen, Privatinvestoren und sogar von Hochschulen oder anderen Bildungseinrichtungen.

Die Studierenden verpflichten sich bei der Aufnahme der Förderung durch Fonds dazu, nach einem erfolgreichen Studienabschluss und Berufseinstieg Beiträge an den Förderer zu leisten. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen verdienstabhängigen und verdienstunabhängigen Fonds, bei denen entweder vom Einkommen abhängige Zahlungen erfolgen oder nach erfolgtem Berufseinstieg »pauschal« ein vereinbarter Betrag gezahlt werden muss.

Kohle mit Zinsen

Neben den eben dargestellten Möglichkeiten, das eigene Studium zu finanzieren, gibt es noch die Möglichkeit, über vielfältige Studienkredite das Studium zu finanzieren. Dabei unterscheiden sich die Kredite sowohl bezüglich des Zinssatzes als auch hinsichtlich des grundsätzlichen Modells und in den Kriterien für die Kreditaufnahme. Der Studienkredit ähnelt dabei den Konsumkrediten im Aufbau und Zinssatz, da die Darlehenssumme zeitlich begrenzt ist und die Auszahlung monatlich erfolgt. Ein Klassiker unter den Studienkrediten ist der KfW-Studienkredit, den Ihr bei fast allen Banken beantragen könnt.

Der Zinssatz ist während der gesamten Laufzeit entweder fest oder flexibel. Die Rückzahlung der ausgezahlten Summe erfolgt entweder zu festen oder vom Einkommen abhängigen Raten, wobei zuzüglich noch ein Effektivzins berechnet wird, was die Rückzahlungsdauer im schlimmsten Fall verlängern kann, wenn die Rate aufgrund eines geringeren Einkommens niedriger ausfällt.

Knete mit hohen Anforderungen

Eine weitere Möglichkeit, einen Zuschuss für die Finanzierung des Studiums zu erhalten, ist die Beantragung von Wohngeld, die jedoch an einige Bedingungen geknüpft ist. Denn Studentenwohngeld bekommt Ihr nur dann, wenn Ihr prinzipiell keinen Anspruch auf BAföG habt, also zum Beispiel älter als 30 seid, in Teilzeit studiert oder ein Zweitstudium absolviert, das nicht als »weitere Ausbildung« anerkannt ist. Denn im BAföG ist bereits ein Wohngeldanteil enthalten. Wer dabei in einer WG wohnt, hat ebenfalls keinen Anspruch. Wer mit seinem Partner oder einem Familienmitglied zusammenwohnt, kann wiederum einen Zuschuss beantragen, wenn nicht die Einkommensgrenze in einem Zwei-Personen-Haushalt von 1170 Euro überschritten wird. Das Wohngeld für Auszubildende ist bei der Wohngeldstelle in Halle zu beantragen.

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